Sarasvati – der mystische Fluss

Die Sarasvati ist ein Fluss Rig Vedischer Zeit.

In Rig Veda II.41.16 wird sie angerufen
Beste Mutter, bester Fluss, beste Göttin Sarasvati, wir fühlen uns geehrt;
schaff uns Ehre, oh Mütterchen!

X.75.5 erwähnt sie zusammen mit Ganga und Yamuna
Folgt diesem Lobgesang von mir, Ganga, Yamuna, Sarasvati, Sutudri, Parusni;
Marudvridha mit der Asikni, mit der Vitasta, Arjikiya mit der Susoma höre zu!

Weiterhin widmet ihr der Rig Veda drei Hymnen, VI.61, VII.95, VII.96, die Sie am Ende finden. Quelle aller Rig Vedischer Verse und Hymnen: http://www.sanskritweb.net/rigveda/rigveda.pdf

Sarasvati ist versiegt, über das Warum ranken sich wissenschaftliche Theorien, die sich auf gewaltige Erdbeben und globale Dürren stützen.

Im Mahabharata versickert sie in III.130 bewusst, weil sie sich vor den Nishadas, einem in vedischer Zeit nicht gern gesehenen Bergvolk, verstecken will, tauch allerdings wieder auf.
Die herrliche, heilige Sarasvati versickert an dem Ort Vinasana (vinasana bedeutet fortgehen), um den Blicken der Nishadas zu entkommen. In der Region Chamashodbheda zeigt sie sich den Menschen wieder, vereint sich mit anderen heiligen Strömen und eilt zum Meer.

Sie entspringt im Himalaya, nahe der indisch/tibetischen Grenze – da ist sie heute noch zu sehen – und mündete einst an der Südwestküste Indiens ins Arabische Meer. Im Wüstenstaat Rajasthan findet man in einigen Regionen Grundwasser, ohne eine Quelle identifizieren zu können, Brunnen trocknen nicht aus … man nimmt an, dass hier das ehemalige Flussbett der Sarasvati liegt.

In Allahabad treffen sich drei heilige Flüsse, Ganga (verbunden mit Shiva), Yamuna (verbunden mit Krishna) und die mystische Sarasvati. Die Stadt ist damit eines der bedeutendsten Pilgerziele Indiens mit dem Triveni Sangam, dem Zusammenfluss dreier Flüsse.

Die Hymnen aus dem Rig Veda

VII.61 An Sarasvati

Sie schenkte dem opferspendenden Vadhryasva als Sohn den gewaltigen Divodasa, der die Schuld an die Manen tilgte, sie, die dem Pani die Zehrung vollständig abzwackte. Das sind deine mächtigen Gaben, o Sarasvati.

Sie brach mit Ungestüm gleich einem Wurzelgräber den Rücken der Berge mit den gewaltigen Wogen auf. Sarasvati, die die Fremden abwehrt, möchten wir mit Lobliedern, mit Gebeten zur Gnade erbitten.

Sarasvati, streck die Götterschmäher nieder, die Nachkommenschaft jedes listigen Brisaya. Du gewannst unseren Völkern das Stromland und für jene flossest du von Gift, du an Belohnungen Reiche.

Uns soll die Göttin Sarasvati, die an Belohnungen reiche, begünstigen, die Gönnerin der Gebete.

So dich, Göttin Sarasvati, einer anruft, wenn der Siegerpreis ausgesetzt ist, wie den Indra in der Vritraschlacht.

Dann schenke du Göttin Sarasvati, du Siegerin in den Wettkämpfen, uns deine Gunst. Lass uns gleich Pusan Gewinn zukommen!

Und diese furchtbare Sarasvati mit goldenen Rädern, die Feindetöterin wünscht von uns ein Loblied.

Deren Andrang endlos, ungebrochen, heftig, wallend, wogend unter Brüllen dahingeht.

Sie hat uns über alle Anfeindungen hinweggeholfen; die Gesetzestreue hat uns über ihre anderen Schwestern ausgedehnt wie die Sonne die Tage.

Lieb unter Lieben, mit ihren sieben Schwestern willkommen sei Sarasvati auch uns preisenswert.

Die irdischen Räume, den weiten Raum, das Luftreich hat sie erfüllt: Sarasvati soll uns vor Schmähung schützen!

In drei Gebieten wohnend, siebenteilig, die fünf Geschlechter mehrend ward sie in jedem Wettstreit anzurufen.

Die groß an Größe sich unter diesen Flüssen hervortut, an Glanz die andern übertrifft, die Fleißigste der Fleißigen, hoch wie ein Wagen, zur Kraftentfaltung geschaffen, ist Sarasvati von dem Kundigen zu preisen.

Sarasvati! Geleite uns zum Glück; entzieh dich nicht, lasse uns mit deiner Milch nicht zu kurz kommen! Freu dich unserer Freundschaft und unserer Clangenossenschaft. Nicht mögen wir von dir dort in fremde Länder gehen!

VII.95 An Sarasvati und Sarasvat

Mit labender Flut eilte sie voraus; Sarasvati ist ein Bollwerk und eine eherne Burg. Wie auf einer Fahrstraße zieht der Strom dahin, indem er durch seine Größe alle anderen Gewässer fortreißt.

Einzig unter den Strömen hat sich Sarasvati hervorgetan, von den Bergen zum Meer klar fließend, den Reichtum der vielgestaltigen Welt kennend, spendet sie Schmalz und Milch dem Nahusstamm.

Er ist als der Männliche unter den jungen Frauen, der männliche junge Bulle unter den opferwürdigen Göttinnen herangewachsen. Er verschafft den Gönnern ein Siegesross. Er möge seinen Leib reinigen, dass es den Sieg gewinne.

Auch diese Sarasvati möge gern bei diesem Opfer zuhören, die Holde, der die Huldiger mit aufgestemmten Knieen nahen. Im Bunde mit dem Reichtum selbst geht sie über alle Freunde.

Diese Opfergaben mit Verbeugungen vor euch darbringend, nimm, o Sarasvati, das Loblied gern entgegen, in deinen geliebtesten Schutz uns stellend wollen wir wie unter einen schützenden Baum treten.

Dieser Vasistha hat dir, o holde Sarasvati, die Pforte des Gesetzes geöffnet. Mehre, du Schöne, schenke dem Sänger Belohnungen. Behütet ihr uns immerdar mit eurem Segen!

VII.96 An Sarasvati und Sarasvat

Ich will ein hohes Wort singen: Sie ist die Asurische unter den Flüssen. Die Sarasvati verherrliche mit Preisliedern, mit Lobgesängen, o Vasishtha, und die beiden Welten!

Da durch deine Macht die Purus bei beiden Getränken wohnen, du Schöne, so sei du unsere Helferin, die mit den Marut befreundet ist. Sporne die Freigebigkeit der Lohnherren an!

Glück soll uns die glückbringende Sarasvati schaffen. Die Stutenreiche tut sich als Freigebige hervor, wenn sie wie von Jamadagni gepriesen und wie von Vasistha besungen wird.

Frauen wünschend rufen wir Ledige, Söhne wünschend, wir mit reichen Gaben den Sarasvat an.

Deine süßen, schmalztriefenden Wellen, o Sarasvat, mit denen sei uns ein Helfer!

Die schwellende Brust des Sarasvat, die allsichtbare, Kinder und Speisegenuß möchten wir erlangen.

            
            
          
      

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