Zwei Wege nach dem Tod

Die Chandogya Upanishade V.10 und die Bhagavad Gita VIII.23 – 28 erklären zwei Wege. Einer führt nach dem Tod zur Wiedergeburt, zurück in Samsara, in den Kreislauf von Geburt und Tod. Der andere führt zur Befreiung, Moksha, aus dem Kreislauf von Geburt und Tod.

Zur Befreiung führt der nördliche Weg, Uttarayana, oder der Weg zu den Göttern, Devayana. Es ist der Weg des Lichtes, die Zeit, wenn die Sonne gen Norden zieht.

Zur Wiedergeburt führt der südliche Weg, Dakshinayana, oder der Weg zu den Ahnen, Pitriyana. Es ist der Weg der Dunkelheit, die Zeit, wenn die Sonne gen Süden zieht. Beides bezogen auf die nördliche Halbkugel.

Bhagavad Gita

Nun, Arjuna, höre über die Gegangenen und ob sie zurückkehren oder nicht. (23)

Nach dem Tod gehen die in Brahman ein, die bei Tag, während des zunehmenden Mondes, wenn die Sonne gen Norden zieht sterben. (24)

Nach dem Tod kehren die in den Kreislauf von Geburt und Tod zurück, die bei Nacht, während des abnehmenden Mondes, wenn die Sonne gen Süden zieht sterben. (25)

Diese beiden Wege, der helle und der dunkle, entscheiden über Rückkehr oder das Eingehen in die Ewigkeit. (26)

Wer diese beiden Wege kennt, oh Partha, ist niemals verwirrt. Deshalb sei stets verbunden mit Mir. (27)

Wer dies versteht erlangt mehr als ihm Feueropfer, Askese und Freigiebigkeit geben können. Er erreicht das höchste Ziel, die Einheit mit Mir. (28)

Chandogya Upanishade

Die nun, welche solches wissen, und jene, welche im Walde mit den Worten: «Der Glaube ist unsre Askese» Verehrung üben, die gehen ein in die Flamme [des Leichenfeuers], aus der Flamme in den Tag, aus dem Tage in die lichte Hälfte des Monats, aus der lichten Hälfte des Monats in das Halbjahr, wo die Sonne nordwärts gehet, aus dem Halbjahre in das Jahr, aus dem Jahre in die Sonne, aus der Sonne in den Mond, aus dem Monde in den Blitz; daselbst ist ein Mann, der ist nicht wie ein Mensch, der führet sie hin zu Brahman. Dieser Pfad heißt der Götterweg.

Hingegen jene, welche im Dorfe mit den Worten: «Opfer und fromme Werke sind unser Tribut» Verehrung üben, die gehen ein in den Rauch [des Leichenfeuers], aus dem Rauche in die Nacht, aus der Nacht in die dunkle Hälfte des Monats, aus der dunkeln Hälfte des Monats in das Halbjahr, wo die Sonne südwärts gehet; diese gelangen nicht in das Jahr, sondern aus dem Halbjahre in die Väterwelt, aus der Väterwelt in den Äther, aus dem Äther in den Mond; der ist der König Soma, und er ist die Speise der Götter, die verzehren die Götter.

Nachdem sie dort, solange noch ein Bodenrest [ihrer guten Werke] vorhanden ist, geweilt haben, so kehren sie auf demselben Wege wieder zurück, wie sie gekommen, in den Äther, aus dem Äther in den Wind; nachdem einer Wind geworden, wird er zu Rauch, nachdem er Rauch geworden, wird er zu Nebel, 6. nachdem er Nebel geworden, wird er zur Wolke, nachdem er Wolke geworden, regnet er herab. Solche werden hienieden als Reis und Gerste, Kräuter und Bäume, Sesam und Bohnen geboren. Daraus freilich ist es schwerer herauszukommen; denn nur wenn ihn einer gerade als Speise verzehrt und als Samen ergießt, so kann er sich daraus weiterentwickeln.

Im Original – http://12koerbe.de/hanumans/cha-5.htm

            
            
          
      

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